Hannah und Marius sind keine gewöhnlichen Weltenbummler. Das junge Paar aus Hamburg reist per Fahrrad, ob an der amerikanischen Westküste, durch Europa oder als aktuelles Abenteuer in Südamerika. Auf ihren Touren setzen die CyclingCountryCollectors unter anderem auf Werkzeug, Fahrradteile und Equipment aus dem Hause CONTEC und berichten über ihre Abenteuer auf unserer Website. In diesem Beitrag schildern die beiden, wie sie nach Südamerika aufgebrochen sind und ihre Bikes mit nach Ecuador transportiert haben. 

Wie man ein Fahrrad nach Ecuador transportiert

„Ach, ihr wollt eure eigenen Räder mitnehmen? Kann man nicht da welche leihen?“ Ähm: Ja aber Nein. Solche Fragen stellen nur Leute, die ihr Fahrrad nicht selbst über Monate hinweg zusammengestellt haben. Jedes Bauteil ist auf unsere Bedürfnisse, Körpergröße und Vorlieben abgestimmt. Auf einem Leihfahrrad die Anden zu überqueren, scheint da keine adäquate Option zu sein.

Erste Station: Amsterdam

Also fahren wir mit dem Auto nach Amsterdam, die Fahrräder hinten drauf, der Kofferraum bis auf den letzten Kubikzentimeter vollgestopft mit Gepäck. Am nächsten Morgen stehen wir um 4:30 Uhr auf, um am Flughafen genügend Zeit zu haben. Marius hat alles perfekt vorbereitet, die Fahrradkartons haben wir schon dabei. Trotzdem verbringen wir eine gute Stunde damit, unsere auf dem Fußboden der Flughafenhalle ausgebreiteten Taschen auf die Kartons zu verteilen. Als endlich alles seinen Platz gefunden hat, ist einer der Kartons ein Kilo zu schwer. Also machen wir alles wieder auf und spielen Tetris: Das passt hierhin, das ist zu schwer, das muss darüber. Schon vor der Abfahrt hat Marius die Pedalen der Räder abgeschraubt, die Lenkerstangen quergestellt und alle losen Teile abgenommen. Besonders wichtig ist es, den Luftdruck in den Reifen auf ca. 1 Bar zu senken, damit diese im Frachtraum nicht platzen. Am Ende sind die Fahrräder mit dem ganzen Verpackungsmaterial zu schwer, worüber die in Anbetracht des Passagieraufkommens in Eile geratene Stewardess aber glücklicherweise hinwegsieht. Sie werden auf den Wagen für Sondergepäck aufgeladen, auf dem sie eher wackelig als sicher stehen. Unsere skeptischen Blicke quittiert der Flughafenmitarbeiter mit einem Abwinken und einem Grinsen: „Tranquilo, tranquilo“, sagt er.

In den Tagen vor dem Flug spielte ich in meinem Kopf Szenarien durch, in denen die Fahrräder nicht angemeldet wurden, ein Gepäckstück zu groß ist oder die Drohne beim Security-Check konfisziert wird. Marius geht positiver an die Sache ran, obwohl er selbst am Flughafen in Los Angeles 2016 das absolute Horrorszenario erlebt hat und das Fahrrad, mit dem er Kanada durchquert hatte, zurücklassen musste. Die Fahrräder sind unser wertvollstes Gut, ohne sie kann die Reise nicht stattfinden. Doch alles klappt, die Niederländer sind auf Fahrradtransporte eingestellt und wir kommen entspannt und ohne Zeitdruck am Gate an. Etwa elf Stunden dauert der Flug. Und in Quito geht es genauso problemlos. Alles ist da, heil, wir können los!

In unserem nächsten Beitrag berichten wir dann davon, wie wir Ecuador auf dem Fahrrad bereisen.

Hannah & Marius