Hannah und Marius sind keine gewöhnlichen Weltenbummler. Das junge Paar aus Hamburg reist per Fahrrad, ob an der amerikanischen Westküste, durch Europa oder als aktuelles Abenteuer in Südamerika. Auf ihren Touren setzen die CyclingCountryCollectors unter anderem auf Werkzeug, Fahrradteile und Equipment aus dem Hause CONTEC und berichten über ihre Abenteuer auf unserer Website. Im neuesten Gastbeitrag schildern Hannah und Marius ihre Eindrücke von der finalen Etappe ihrer fünfmonatigen Tour und ziehen Resümee.

Unsere Reise geht zu Ende

An einem Ort liegen Argentinien, Paraguay und Brasilien nur wenige Meter voneinander entfernt. Es ist ein Dreiländereck, wie es zahlreiche gibt auf der Welt, eine einfache Terrasse mit Geländer, unterhalb derer der Fluss vorbeizieht. Der Fluss trennt drei Ecken Land voneinander, und wenn man nicht wüsste, das jede dieser Ecken zu einem anderen Staat gehört, wäre es wohl langweilig. Doch wer genau hinsieht, entdeckt die brasilianische Flagge und den aus Steinen auf den Hügel gelegten Schriftzug Paraguay. In Argentinien haben wir nur etwas über eine Woche verbracht, haben es in Eile eher durchfahren als durchradelt. Wir haben uns vorgenommen, am 7. November São Paulo zu erreichen und rücken unserem Ziel immer näher. Die Bereitschaft, Fahrradfahrer zu unterstützen, ist in Argentinien ebenso groß wie in Chile. Viele Leute haben uns mitgenommen, und das war gut so, denn uns beide in der einsamen Gegend um Paso Sico zu versorgen, wäre eine echte Herausforderung gewesen. Nicht weit vom Dreiländereck liegen die Iguazú-Wasserfälle, auf dem Grenzfluss zwischen Argentinien und Brasilien. Offiziell zu den sieben Weltwundern der Natur gehörend ziehen sie jährlich Millionen Besucher an. Die meisten der über 200 Wasserfälle liegen auf argentinischer Seite, über zahlreiche Wanderwege kann man mitten in den in der Luft hängenden Sprühnebel eintauchen. Während der Planung unserer Reise haben wir die genaue Route relativ offen gelassen, um flexibel zu sein, aber drei Ziele waren gesetzt: Machu Picchu, Salar de Uyuni und eben diese Wasserfälle, wo man von der Aussichtsplattform hinab in den rauschenden Schlund der Naturgewalt blicken kann. Wobei man nicht viel sieht, die in der Luft schwebenden Wassertropfen bilden einen Vorhang, der dem Schauspiel einen mystischen Eindruck verleiht.