Hannah und Marius sind keine gewöhnlichen Weltenbummler. Das junge Paar aus Hamburg reist per Fahrrad, ob an der amerikanischen Westküste, durch Europa oder als nächstes Abenteuer in Südamerika. Auf ihren Touren setzen die CyclingCountryCollectors unter anderem auf Werkzeug, Fahrradteile und Equipment aus dem Hause CONTEC und berichten über ihre Abenteuer auf unserer Website. In diesem Beitrag schildern die beiden, wie sie sich auf die kommende Südamerika-Reise vorbereiten.

Die Hamburger Alpen

Wer Südamerika mit dem Fahrrad durchqueren will, muss über die Anden, und das bedeutet, sich mit Rad und Gepäck auf 5000 Höhenmeter zu schwingen. Hamburg, unsere Heimat, nennt die im Süden gelegenen Harburger Berge liebevoll „Hamburger Alpen“. Der Name macht viel her und suggeriert ein geeignetes Trainingsgebiet für die Anden, doch tatsächlich kommt der Hülsenberg als höchste Erhebung auf gerade einmal 155 m. Norddeutschland ist halt einfach platt.

Daher führt unsere Trainingstour uns etwas weiter südlich, und zwar in den Harz. Wir fahren mit der Regionalbahn nach Goslar, wo wir mit Regen begrüßt werden. Da wir uns inzwischen aber ganz gute Allwetter-Ausrüstung zusammengesammelt haben, lassen wir uns davon nicht die Laune verderben und erkunden die Stadt.

Aber natürlich sind wir nicht zum Sightseeing hier und was wäre das für ein Fahrradurlaub, wenn er nicht anstrengend werden würde? Marius nimmt sich die größte Herausforderung des Harzes gleich für den Beginn unserer Trainingstour vor und so brechen wir am Sonntag auf, um den Brocken zu bezwingen. Der Regen der letzten Tage hat die Wanderwege aufgeweicht, doch mit den richtigen Reifen ist das zum Glück erst mal kein Problem. Von der Empfehlung der Touristeninformation, die Bundesstraße nach oben zu nehmen, weichen wir (im wahrsten Sinne des Wortes) schnell ab, denn obwohl die Autofahrer rücksichtsvoll große Bogen um uns machen, stresst es, wenn sie mit 80km/h an uns vorbeirasen. Also schlagen wir uns in das Unterholz und fahren über die Forstwirtschaftswege nach oben. Das dauert zwar länger, ist aber viel ruhiger.

Und ab diesem Wendepunkt kann ich das Fahren wieder so richtig genießen, wir begegnen keiner Menschenseele, nur Vögel und Eichhörnchen begleiten uns auf unserem Weg. Während ich in eine gleichförmige Routine komme, deren Takt vom Tritt in die Pedale bestimmt ist, wird es wärmer. Auf Fahrradtouren ist es immer das Gleiche: Man kommt ins Schwitzen, zieht sich Schicht für Schicht aus, und sobald man eine Pause macht, beginnt das Frösteln, man zieht alles wieder an und sobald man weiterfährt wieder aus.

Irgendwann endet unser schöner Forstweg und das Navi verkündet uns überzeugend, wir sollen dem vor uns liegenden Weg, der kaum mehr ist als ein zwischen den Stämmen in den Boden gestapfter Trampelpfad, folgen. Dieser entpuppt sich weiter oben als ein Pfad für Mountainbiker, die mit gefederter Gabel und voller Montur in erschreckender Geschwindigkeit über Stock und Stein an uns vorbei den Berg hinab rasen. Wir müssen schieben, es ist zu steil und das Gepäck zu schwer.

Je weiter wir nach oben kommen, desto mehr Leute kreuzen unseren Weg, und wir erregen viel Aufmerksamkeit. „Wollt ihr auswandern?“ werden wir gefragt. Nein, erst mal wollen wir nur nach oben. Das schaffen wir auch, nach vergangenen Stunden und geflossenem Schweiß, kommen wir am Nachmittag auf dem Gipfel an. Wir sind nicht die einzigen Radler, aber die einzigen mit Gepäck. Alle anderen haben E-Bikes, Rennräder oder Mountainbikes.

Der Gipfel liegt 1142 m über dem Meeresspiegel (zum Vergleich: Das entspricht fast 10 x dem Harburger Hülsenberg!). Auch wenn der Ausblick etwas hermacht, wirklich schön ist es hier oben nicht, eine Wetterstation bestimmt das Bild und das Plateau ist karg und unbewachsen.

Für die Abfahrt wählen wir eine asphaltierte Straße und sind viel zu schnell wieder unten. Es gibt keinen Verkehr und keine Serpentinen, so dass wir Gas geben können. Marius erreicht 60km/h, in weniger als einer halben Stunde sind wir wieder unten. Während die Bäume an mir vorbeirasen bin ich nun wieder dankbar für die 10kg Gepäck, denn die vollgepackten Fahrradtaschen verleihen meinem Rad bei der hohen Geschwindigkeit Stabilität.

In den darauffolgenden Tagen widmen wir uns den kleineren Herausforderungen des Harzes und besichtigen die Burg Regenstein, mehr dazu könnt ihr auf unserer Website lesen.

Und dann? Momentan ist Marius mit seinem Vater auf dem Schwarzwald Panorama-Radweg unterwegs. Erste Fotos von der Vatertags-Fahrradtour gibt´s bei Instagram.

Die große Tour rückt näher: Am 28. Juni fliegen wir nach Quito und beginnen unser großes Abenteuer! Auch darüber werden wir euch hier bei CONTEC fleißig berichten.

Hannah & Marius